Armut in Wuppertal an einem Samstag 2022

Heute schien die Sonne das erste Mal seit Wochen.

“Auf nach Wuppertal-Elberfeld” hieß die Devise.

Ich traute mich kaum zu fotografieren.

Fast schon entwöhnt machte ich dann die ersten Fotos.

Es sollten Stadtbildfotos durch Spiegelung werden, weil Sonne und Farbe dazu einluden.

Cityscapes würde der Englischsprecher sagen.

Aber mir begegnete auf Schritt und Tritt die neue Armut, die in der Innenstadt sichtbar ist.

Das ist auch ein Zeichen der neuen Zeit und das sind – selbst ungewollt – immer mehr Motive, die man nicht völlig ausklammern kann.

“Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta.”

Diese Worte von Peter Scholl-Latour werden immer mehr sichtbar in Städten wie Wuppertal.

Das interessiert aber nicht mehr wirklich, wie ich an den politischen Entscheidungsträgern sehe.

Und so prägt die Armut auch das soziale Stadtbild.

Hier nahm ich aus der Hüfte ein Foto mit dem Smartphone auf, eher ungewollt.

Der Mann griff in den Papierkorb und suchte nach etwas Verwertbarem.

Als ich mich umdrehte, hatte ich sofort das nächste Motiv vor mir.

Über Armut im Stadtbild von Wuppertal habe ich schon öfter geschrieben. Aber es wird immer mehr und es stört immer weniger Menschen. Das ist offenbar der neue Zeitgeist: man nimmt es hin wie in der Weimarer Republik.

Aber solche Fotos sind Zeitdokumente und sollten ihren Platz ebenso haben wie Fotos zwischen Art und Trip.

 

 

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