Der entscheidende Moment und der Moment der Entscheidung in der spontanen Fotografie

Schnappschussfotografie ist spontane Fotografie. Dabei kann ich auf den entscheidenden Moment warten oder ihn sehen.

Dabei gibt es aber Unterschiede.

Als ich dieses Foto machte war der entscheidende Moment schon vorbei. Die Frau war schnell mit ihrem wehenden Haar an mir vorbeigelaufen. Dadurch wurde ich auf sie aufmerksam. Ich mußte mich entscheiden, ob ich sie nun als Teil des Marktgeschehens in ihrer Dynamik noch aufnehmen wollte oder nicht. Hier war der Moment der Entscheidung nicht der entscheidende Moment.

Beim folgenden Foto war es genau andersrum. Ich ging einfach die Straße entlang ohne etwas zu suchen und war nur achtsam. Plötzlich rauschte der Junge mit seinem Smartphone cool an mir vorbei. Hier war der Moment der Entscheidung der entscheidende Moment.

Das dritte Foto ist wiederum völlig anders. Hier mußte ich mich entscheiden ob ich einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit als Moment festhalten will und wie.

Hier ergab sich nichts auf Anhieb, sondern ich wählte bewußt einen Ausschnitt, der die Harmonie und Freude zeigte und zugleich die auf dem Bild zu sehenden Personen als Begrenzung des Ausschnitts nutzte, wobei das Thema die Wasserfontänen waren, die die Kinder zum Spiel animierten.

Der Moment der Entscheidung und der entscheidende Moment sind oft sehr verschieden und haben auch mit Technik zu tun, wobei es bei mir hier um Schnappschüsse und Strassenfotografie geht.

Bei den beiden ersten Fotos bin ich in die Stadt gegangen, um manuell mit Sucher zu fotografieren und einfach entspannt achtsam da zu sein und zu sehen, was mir ins Auge springt.

Bei dem unteren Foto habe ich vorher ein inspirierendes Buch gelesen und ging mit der Erwartungshaltung in die Stadt nun das Gelesene umzusetzen und nutzte dabei eine Kamera mit Autofokus und 50mm Brennweite.

Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind Bestandteile des Ganzen aber eine gute Kamera mit Sucher gehört für mich auch dazu.

Solche Fotos sind mir bisher nicht mit einem Smartphone gelungen.

Beim Smartphone sehe ich etwas, das ich einfangen will, aber sich nicht entwickelt. Hinzu kommt der meistens weitere Winkel beim Smartphoneobjektiv. Das ergibt dann andere Gelegenheiten.

Das sind schnelle Fotos, die einen Moment festhalten. Das ist immer ein Moment der Entscheidung für das Foto aber oft nicht der entscheidende Moment.

Allerdings bietet sich heute ein Smartphone oftmals für unauffälliges Fotografieren eher an als eine Digitalkamera. Die kann man nutzen, wenn man nicht auf Menschen fokussiert ist. Dann ist es auch egal, ob man auffällt oder nicht.

Wenn man die spontane Fotografie verläßt, gelten wieder andere Bedingungen.

Beim Fotografieren mit Stativ bei Landschaft oder Architektur geht es eher um das richtige Licht oder den richtigen Standpunkt für die Aufnahme. Das ist aber ein anderes Thema.

Ich wollte mit diesem Text zeigen wie unterschiedlich Momentfotografie und entscheidende Momente und die Momente der Entscheidung sein können und welche Rolle das Aufnahmegerät spielt.

Weitere interessante Infos finden Sie hier verlinkt.

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